Der Meister

Herkunft

Es existieren keine genauen Angaben zum Geburtsort des Meisters oder dem Datum, an welchem diese künstlerische Ausnahmeerscheinung das Licht der Welt erblickte.
Manchen - eher unseriösen - Quellen zufolge, soll der Meister eines Tages einfach aus dem Nichts erschienen sein - was bislang jedoch mangels verifizierter Belege als reine Spekulation abgetan werden muß.
Die wenigen konkreten Hinweise zu seinem Werdegang entstammen den Aussagen einiger früher Weggefährten - wie etwa dem bekannten Laschartan-Künstler Fonzatos DaCasa.

Die Vision

Dieser berichtet, dass der Meister eines Tages unvermittelt auf ihn zugetreten sei und ihm unter Zuhilfenahme eines zufällig anwesenden Passanten von einer Vision berichten ließ, die ihn in der Nacht zuvor im Traum ereilt habe.
Darin - so DaCasa - habe eine "höhere Instanz" zum Meister gesprochen und ihm angetragen, sich fortan schlicht zu gewanden und nur noch indirekt zu kommunizieren. Diesen Rat setzte der Meister in die Tat um und entwickelte bereits am nächsten Morgen ein Spezial-Outfit (Abb. 1.1-1.2).
Das Problem der Kommunikation mit nur einem Anwesenden löste er zunächst dadurch, dass er sich in derartigen Situationen über einen - stets beisichgeführten Handspiegel verständigte, bevor er schließlich einen festen Kommunikator an seine Seite holte.

Der Meister - ein Phantom?

Die wohl am häufigsten gestellte Frage ist zweifelsohne die, ob es den Meister tatsächlich gibt. Immer wieder wurde seine Existenz - nicht zuletzt aufgrund der ungeklärten Herkunftsverhältnisse - von Kritikern in Frage gestellt. Böse Zungen sprechen dabei mitunter von "[...] einem Phantom [...]", dass hier am "[...] Werke [...]" sei.
Derlei Banalitäten beschäftigen den Meister jedoch nicht. In seinem bisher einzigen Interview im Jahr 1991 zeigte er sich - mit derartigen Vorwürfen konfrontiert - zunächst belustigt - ließ das Gespräch allerdings unmittelbar danach abbrechen - vermutlich, um sich in eine Ruhephase zu begeben.
Letzte Zweifel an der Authentizität seiner Person beseitigen schließlich die - wenn auch nur wenigen - Photographien des Meisters. Am bekanntesten ist sicherlich nebenstehendes Bild (Abb. 2).
Kennern zufolge zeigt es den Meister in der von ihm speziell entwickelten Vorbereitungsphase die das Gegenstück zur bereits erwähnten Ruhephase bildet. Gut zu erkennen ist auch die vom Meister perfektionierte Multipinsel-Zwei-Hand-Maltechnik, die es ihm ermöglicht, Arbeiten innerhalb kürzester Zeit zu vollenden.
Dies erklärt zugleich die - noch zu Lebzeiten - schier unfassbare Werkzahl (ca. 227.000).

Die Inspirationsbox

Kurz nach der Offenbarung ersann der Meister das Prinzip der "Inspirationsbox" (Abb. 3), das er sogleich international patentieren ließ. Diesem System liegt der Gedanke zugrunde, dass es - um große Werke zu erschaffen - einer Inspiration bedarf. Das Problem jedoch ist, dass Inspiration nicht stets präsent ist. Und genau hier setzte der Meister an und wurde alsbald fündig. In der Box entwickelt das Model - durch Entziehung der es umgebenden Reize - eine regelrechte Gier nach Beeinflussung. Nachdem es die Box wieder verlassen hat, strahlt genau dieses Verlangen nach außen hin ab und erzeugt umgehend eine Aura des Sinnlichen - die sich der Meister sodann zu Eigen macht und die die Grundlage der Einzigartigkeit seiner Werke bildet.

Internationaler Durchbruch

Der internationale Durchbruch gelang dem Meister mit seinem - nach wie vor unvollendeten - Chef D'Oeuvre "Die Zeit" (Abb. 4.1 - 4.5). Auf bislang ungekannte Art und Weise nähert er sich mit subtilsten Methoden dem wohl komplexesten aller Themen, das, wie kein zweites, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich vereint.

Wichtig ist dem Meister vor allem die Wahl des richtigen Mediums - wobei er nach jahrelangen Experimentierphasen nun - so scheint es jedenfalls - dasjenige gefunden zu haben scheint, was seinen höchsten Ansprüchen gerecht wird und es ihm ermöglicht, seine zahllosen Visionen umgehend in die Tat umsetzen zu können.

Die Zukunft?

Seinem einstigen Mentor und Vorreiter des späten Post-Prärealismus Thomas Matteo di Breuer ließ er unlängst eine Probe seiner jüngsten - noch unveröffentlichten - Arbeiten zukommen (Abb. 5). Thematisiert wird darin auch weiterhin "Die Zeit" - zu erkennen sind jedoch auch kontemporäre Einflüsse, welche als Huldigung an die moderne Gesellschaft zu verstehen sind.

Im Rahmen des Projektes "Red Setemir" (siehe: "das Projekt") hofft der Meister nicht zuletzt, einen "geistigen Zwilling" zu finden - jemanden, der in der Lage ist, das große Werk auch über seine Lebzeiten hinaus fortzuführen.
Die Ankündigung des Projektes bietet dabei neuen Nährboden für bereits früher angestellte Spekulationen über das - nach wie vor unbekannte - Lebensalter des Meisters. Fakt bleibt dabei jedoch, dass es nach wie vor nur einen einzigen vagen Hinweis darauf gibt, den der Meister in seiner umfassenden Stellungnahme zur Lage der internationalen Kunstszene anläßlich der Biennale 1997 persönlich lieferte. "[...]Mein[...]" "[...]Alter[...]", so der Meister ,"[...]verrate[...]" "[...]ich[...]" "[...]nicht[...]". Experten deuteten diesen kryptischen Ausspruch als Ausdruck einer gewissen Alterseitelkeit und schätzen sein Alter daher auf zwischen 54 bis 107 Jahre - wobei man sich zusätzlich auf auf vorhandenes Bildmaterial, den Sprachduktus, die Wortwahl, die Linienführung, die Zahl der sichtbaren Kopfhaare, sowie diverse Blindschätzungen stützt.
Zu hoffen ist jedenfalls - Altersfrage hin oder her, dass uns der Meister noch lange Zeit mit seiner extraordinären Kunst begeistern und die Kunstwelt um so Vieles mehr bereichern werden wird.